Re: Bestimmung Heuschrecke

#2
Hallo Luise!

Du hast zwar nicht mich gefragt, aber in einem Punkt kann ich Dir vielleicht helfen. Der Begriff „Heuschrecken“ (Orthoptera) umfasst die Grillen (Gryllinae). Grundsätzlich teilt man die Heuschrecken auf in Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Die Grillen gehören zu den Langfühlerschrecken. Die Art Bradyporus dasypus kenne ich nicht, da sie in der Schweiz nicht vorkommt. Da sie aber lange Fühler besitzt, gehört sie wohl zu den Ensifera, also könnte es eine Grille sein. Auch vom Aussehen her (v. a. der Kopf erinnert mich sehr an den von Gryllus campestris!) könnte das gut passen.

Dies sind aber alles Überlegungen eines Laien, was Bradyporus dasypus betrifft!

VG, Roman

Re: Bestimmung Heuschrecke

#3
Hallo Luise
salü Roman

Bezüglich Bradyporus dasypus hat Roman recht, die gehört zu den Langfühlerschrecken. Die Langfühlerschrecken sind durch ihre langen Fühler ausgezeichnet, die mindestens so lang wie der Körper sind, teilweise sogar 4-5x so lang sein können und aus sehr vielen, kleinen Fühlergliedern aufgebaut sind, oft sind es über 100.
Bradyporus ist aber keine Grille, sondern gehört zu den Sattelschrecken. Die Grillen sind übrigens eine Familie bei den Langfühlerschrecken.

Deine Fotos zeigen Larven eines Heupferds der Gattung Tettigonia. Woher stammen die Aufnahmen? Mit einer Ortsangabe kann man vielleicht sagen, welche Art es ist.

Beste Grüsse
Florin
Orthoptera-App! Die Heuschrecken-Bestimmungs-App für iOS und Android.
Sicher bestimmte Tiere bitte bei Observation.org melden - danke!

Re: Bestimmung Heuschrecke

#4
Lieber Roman und lieber Florin, danke für Eure Nachrichten bezgl. Bradiporus dasypus die mir sehr nützlich sind.
Die 3 grünen Heuschrecken-Larven (woran unterscheidet man Larven von erwachsenen Tieren - ich hab wirklich keine Ahnung!) - sind wohl alle die gleiche Art?
1. die in der rosa Winde hab ich im Mäcin-Gebirge in der Dobrudscha aufgenommen
2. In der Marguerite Praid (Thermalbad und Saline mit riesigem Salzstock in der Erde) liegt in unweit Sovata in den Ostkarpaten aber noch auf der Siebenbürgischen Seite.
3. Hundertbücheln - rumänisch Movile "kleine Berge" (wegen der Rutschungshügel) - liegt in Siebenbürgen zwischen SIghisoara und Agnita bei Jacobeni
Bin gespannt, ob das dann immer sieselbe Art ist...
Liebe Grüße Luise

Re: Bestimmung Heuschrecke

#5
Hallo Luise

Natürlich ist die Grösse ein wichtiger Anhaltspunkt für die Erkennung und Bestimmung von Larven. Aber vor allem auch die Flügel. Diese entwickeln sich erst im Laufe der Larvenstadien und sind am Anfang nur als winziges Höckerchen und Schüppchen zu erkennen. Die volle Flügellänge entsteht erst mit der letzten Häutung zum ausgewachsenen Tier. Besonders bei den grösseren Larvenstadien ist die Verwirrung häufig gross, da bereits Flügel erkennbar sind. Zu erkennen, ob es sich um ein ausgewachsenes Tier einr Art mit kurzen Flügeln handelt, oder um eine Larve ist nicht immer einfach. Einerseits sind bei den Larven die Flügel falsch angeordnet, d.h. der hintere Flügel liegt vor dem vorderen. Zu erkennen ist das daran, dass der hintere Flügel am dritten Brustsegment angemacht ist und der vordere am zweiten bzw. mittleren Brustsegment. In der dritten Grafik findest du im Glossar die Beschrifteten Körperteile. Andererseits sind bei den Larven eigentlich nur Längsadern auf dem Flügel erkennbar. Eine netzartige Aderung haben erst die ausgewachsenen Tiere.

Danke für die Fundortangaben. Leider lässen sich aufgrund dieser die beiden Arten Tettigonia viridissima und Tettigonia cantans nicht im Ausschlussverfahren bestimmen. Es kommen beide Arten in der Region vor. Eine Unterscheidung der Larven ist nur in den letzten Stadien möglich, wenn man die Flügelschuppen gut von der Seite sieht. Ausschliessen kann ich lediglich die dritte Art, die in der Region vorkommt, und das wäre Tettigonia caudata. Diese Art hätte deutlich sichtbare schwarze Dornen am Hinterschenkel.

Beste Grüsse
Florin
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